Die Energiewende steuern: Dezentrale Akteure, Digitalisierung, Finanzierung


Das nachhaltige Energiesystem der Zukunft: Polyzentrisch und digital

Damit die Energiewende in Deutschland gelingt, muss das Energiesystem neu ausgestaltet werden: Zum einen müssen viele dezentrale Akteure eingebunden werden, sowohl technisch als auch organisatorisch. Zum anderen muss das neu entstehende polyzentrische Energiesystem nachhaltig ausgestaltet sein – bei der Steuerung sollten also übergeordnete Regeln eine ökologische, ökonomische und sozial gerechte Umsetzung in den Vordergrund stellen. Wie müssen sich aktuelle Rahmenbedingungen und Institutionen hierfür verändern? Die Nachwuchsgruppe SteuerBoard Energie untersucht in sechs Qualifikationsarbeiten, wie digitale Anwendungen diesen Wandelprozess unterstützen können und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

 


Das Projekt

Digitalisierung

Das Projekt erforscht, wie die Digitalisierung die Governance der Energiewende verändert.

 

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Finanzierung

Wie wird die Transformation des Energiesystems finanziert? SteuerBoard Energie untersucht unterschiedliche Möglichkeiten.

 

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Polyzentrizität

Viele steuernden Akteure auf unterschiedlichen Ebenen brauchen einen regulatorischen Rahmen. Wie, untersucht das Projekt SteuerBoard Energie.

 

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News

Digitales Beiratstreffen der Forschungsgruppe


Am 05.10.2021 kam die Forschungsgruppe mit dem Projektbeirat, bestehend aus Vertreter*innen der Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen und wissenschaftlichen Institutionen, zum gemeinsamen digitalen Beiratstreffen zusammen.

Einige Forschungsgruppenmitglieder präsentierten erste Zwischenergebnisse, die im Anschluss mit Blick auf gemeinsame Schnittstellen und Forschungsinteressen der Praxispartner*innen diskutiert wurden. Anschließend wurden in zwei Diskussionsrunden aktuelle Themen zur Ausgestaltung des Energiesystems gemeinsam erörtert.

 

Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) stellte in der ersten Diskussionsgruppe in einem Impulsvortrag die Frage: „Energiewende – aber wie kommen wir schnellstmöglich und sicher dahin?“. Um das zu beantworten stellte er Ansätze für ein regionales Energiemarktdesign vor. Daraufhin wurden die damit verbundenen Hürden und die Rolle verschiedener lokaler Akteure in einem solchen dezentralen Energiesystem diskutiert.

 

Im zweiten Slot, zum Thema „Development of Energy Communities in Europe“, ging es um die Entwicklung verschiedener Bottom-Up-Modelle von Energiegemeinschaften, verschiedene regulatorische Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten im europäischen Kontext. Die Teilnehmenden tauschten sich unter anderem über ihre Erfahrungen mit laufenden politischen Prozessen in verschiedenen Ländern und bestehenden Netzwerken in diesem Bereich aus.

 

Das Team der Forschungsgruppe dankt allen Vertreter*innen ganz herzlich für die Teilnahme und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit!

 

Auszeichnung für SteuerBoard-Co-Leiter Dr. Lars Holstenkamp


Die Leuphana Universität Lüneburg verlieh am Dies Academicus 2021 den Leuphana Young Researcher Award an Dr. Lars Holstenkamp für seine besonderen wissenschaftlichen Erfolge und die Einwerbung eines beruflich wegweisenden Exzellenzformats.

 

Lars Holstenkamps sozial-ökologisches Forschungsinteresse richtet sich auf die gesellschaftlich wichtigen Fragen der Steuerung der Energiewende, ihrer Finanzierung und Governance. Bei der Verleihung lobte Vizepräsidentin Susanne Leeb Holstenkamps erfolgreiche Arbeiten in nationalen und internationalen Forschungsverbünden. Diese Leistungen seien Grundstein für die Einwerbung der interdisziplinären Nachwuchsgruppe SteuerBoard Energie gewesen, die das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung fördert.

 

Seit 2006 beschäftigt sich Lars Holstenkamp in seiner Forschung mit der Finanzierung und Governance nachhaltiger Entwicklungsprozesse, insbesondere im Energiesektor. Im Rahmen der Nachwuchsgruppe liegt sein Fokus auf dem Zusammenspiel von Energie- und Finanzsystem.

 

Mehr Infos zur Preisverleihung und zu Lars Holstenkamp

 

Zeitschriftenartikel zu gemeinschaftlich genutzten Stromspeichern im Quartier in Transforming Cities erschienen


In Städten kann die gemeinschaftliche Speicherung von Strom in sogenannten Quartierspeichern eine wertvolle Ergänzung im Energiesystem der Zukunft sein. Wird der Quartierspeicher allerdings rein zur Erhöhung des Eigenverbrauchs genutzt, lassen sich kaum profitable Geschäftsmodelle abbilden.

 

In dem Beitrag von Nachwuchsgruppen-Promovend Jan Wiesenthal (geb. Knoefel) (IÖW) und Co-Author Frieder Schnabel (Fraunhofer IAO) werden potenzielle Netz- und Systemdienstleistungen vorgestellt, die im Rahmen eines Multi-Use durch den Quartierspeicher neben der Eigenverbrauchserhöhung erbracht werden können. Außerdem wird anhand eines Beispielquartiers mit 75 Wohnungen gezeigt, dass durch eine flexible Anpassung der Speicherkapazitäten rund 28 Prozent der Speicherkapazität für andere Dienstleistungen genutzt werden kann. Dies ist sogar bei nur vernachlässigbar geringfügigen Auswirkungen auf die Eigenverbrauchsquote und die Autarkie möglich.

 

Damit die Potenziale eines Multi-Use aber auch in der Praxis gehoben werden können, braucht es entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen. Diese erschweren derzeit sowohl die gemeinschaftliche Speicherung als auch die Umsetzung von Multi-Use-Konzepten.

 

Zur Veröffentlichung

 

Energiewende beschleunigen: Forschungsgruppe entwickelt smarte Steuerung des dezentralen Systems

Das deutsche Energiesystem verändert sich fundamental: Es wird dezentraler und selbstorganisiert, viele Erneuerbare-Energien-Anlagen treten an die Stelle weniger Großkraftwerke – viel mehr Akteure, die technisch und organisatorisch in ein nachhaltiges Energiesystem eingebunden werden müssen. Wie kann das funktionieren? Die Nachwuchsforschungsgruppe SteuerBoard Energie von Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecolog-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung untersucht mit Förderung des Bundesforschungsministeriums, wie das erneuerbare dezentrale Energiesystem auf verschiedenen Ebenen gesteuert werden kann.

 

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