Zuwachs für SteuerBoard Energie


23. Mai 2022 | Seit Anfang Mai hat die Nachwuchsforschungsgruppe in Julia Lüdemann eine neue Mitstreiterin gewonnen. Nach ihrem Studium der Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg hat sie bereits Projekterfahrung am ECOLOG-Institut in Lüneburg sammeln können und freut sich nun mit der Doktorandenstelle den nächsten Schritt anzugehen.

 

Julia Lüdemann wird die Effekte Erneuerbarer-Energie-Anlagen auf die lokale Biodiversität untersuchen. Dabei sollen mit Hilfe digitaler Tools Effekte gemessen und kommuniziert werden, um Synergien direkt in der Planung neuer Anlagen berücksichtigen zu können. Die Motivation hierfür war die Tatsache, dass eine Beschleunigung der Energiewende die bestehenden Flächenkonflikte um Erneuerbare Energien weiter verschärfen wird. Deswegen ist es für Julia wichtig, auch in der wissenschaftlichen Diskussion den Fokus auf die Schaffung von Synergien zu richten, um diese Konflikte konstruktiv aufzulösen.

 

Das Team der Nachwuchsforschungsgruppe freut sich, Julia Lüdemann in seinen Reihen begrüßen zu dürfen, und ist gespannt auf die gemeinsame Arbeit.

Publikation von Energiedienstleistungen von Quartierspeichern und den potenzialen eines Multi-Use Konzeptes veröffentlicht


24. März 2022 | Um die Energiewende in Deutschland meistern zu können, muss der Ausbau von erneuerbaren Energien auf allen Ebenen erfolgen. Gleichzeitigt benötigt es auch Technologien zur Speicherung und intelligenten Vernetzung. Batteriespeicher spielen dabei eine wichtige Rolle und werden zurzeit verstärkt auf Haushaltsebene in erster Linie zur Erhöhung des Eigenverbrauchs eingesetzt. Das ist sowohl ineffizient bei der Auslastung der Batterie als auch unrentabel in den meisten Fällen.

 

Mehrere Anwendungsfälle für Batteriespeicher möglich

 

In einer Studie von Nachwuchsgruppen Promovend Jan Wiesenthal (IÖW) und Co-Author Frieder Schnabel (Fraunhofer IAO) wurde nun untersucht, inwiefern ein Multi-Use von Batteriespeichern die Rentabilität und Effizienz erhöhen kann. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines pre-reviewed Journalartikel bei Atlantis Press veröffentlicht.

 

Zu den vielversprechendsten Energie-Dienstleistungen gehören das Laden von Elektrofahrzeugen, der Peer-to-Peer-Stromhandel und die Teilnahme am Regelenergiemarkt. Außerdem wurde gezeigt, dass, durch die flexible Allokation, ein großer Teil der Speicherkapazität für andere Dienstleistungen genutzt werden kann. Die Simulation von zwei Beispielquartiere zeigte, dass mehr als 30 % der Speicherkapazität bei lediglich geringen Einbußen des Eigenverbrauchsanteils (-2 %) für sekundäre Dienstleistungen genutzt werden kann.

 

Anpassungen des gesetzlichen Rahmens notwendig

 

Die Ergebnisse verdeutlichen, die gemeinschaftliche Speicherung in Quartierspeichern und die Umsetzung von Multi-Use Konzepten hat ungenutztes Potenzial. Derzeit erschwert der gesetzliche Rahmen insbesondere die gemeinschaftliche Speicherung und sollte daher geändert werden.

 

Zum Download

 

Austausch über Bürgerenergie und Energiegenossenschaften in Polen und Deutschland


20. Dezember 2021 | In Sachen Bürgerenergie und Energiegemeinschaften tut sich inzwischen auch etwas in Polen - wenn auch noch nicht so stark wie in Deutschland. Das stellt Gastwissenschaftler Tomasz Marzec während seines Kurzaufenthaltes am INSUGO (Institut für Nachhaltigkeitssteuerung) der Leuphana Universität Lüneburg fest.

 

Tomasz Marzec arbeitet am Institut für Agrar-, Lebensmittel- und Umweltrecht der Adam-Mickiewicz-Universität Posen zu dem Thema Energiegenossenschaften in Polen im Vergleich zu ausgewählten europäischen Ländern, u.a. Deutschland.

 

Während seines zweiwöchigen Aufenthalts im Dezember 2021 tauscht er sich vor allem mit Kolleg*innen der Nachwuchsforschungsgruppe aus, nimmt an Lars Holstenkamps Master-Seminar zu Energiegemeinschaften in Europa teil und trägt dort zum Recht der Energiegenossenschaften in Polen vor.

 

Warum hat Polen bisher kaum Energiegenossenschaften?

 

Marzec zeigt in seinem Vortrag verschiedene Faktoren auf, die dazu beitragen, dass es nur sehr wenige Energiegenossenschaften in Polen gibt: Die Bedingungen, die die Projekte erfüllen müssen, stuft Marzec als sehr hoch ein. Es gibt keine Unterstützungsprogramme, die Energiegenossenschaften auf den Weg helfen könnten, und die Verteilnetzbetreiber (re-)agieren laut dem Wissenschaftler eher ablehnend.

Kurzum: Es fehlt derzeit an tragfähigen Geschäftsmodellen.

Die historischen Erfahrungen mit staatlichen Genossenschaften in der Zeit des Kommunismus tragen ihr Übriges dazu bei. Dadurch fehlt eine positiv besetzte Genossenschaftsidee.

 

Privates Engagement statt staatliche Regelungen

 

Nach Darstellung von Marzec gibt es aber sehr wohl ein wachsendes privates Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien in Polen, nur eben eher auf individueller Ebene. Die Prosumer-Bewegung in Polen beschreibt Marzec als bereits sehr stark.

 

Energiegemeinschaften in Deutschland und Polen: Ein Ausblick

 

Dem Vortrag von Tomasz Marzec schließt sich eine Diskussion über Energiegenossenschaften und Energiegemeinschaften in Polen und Deutschland an. Dieser Austausch soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Ein nächster konkreter Anlass ist ein Buchprojekt, das Tomasz Marzec koordiniert. In diesem Buch werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Konferenz „Legal and Economic Perspectives of Energy Cooperatives Development“ veröffentlicht, die im Frühjahr 2021 online stattgefunden hat und von der UAM (Universytet im Adama Mickiewicza w Poznaniu) organisiert wurde.

 

Digitales Beiratstreffen der Forschungsgruppe


12. Oktober 2021 | Am 05.10.2021 kam die Forschungsgruppe mit dem Projektbeirat, bestehend aus Vertreter*innen der Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen und wissenschaftlichen Institutionen, zum gemeinsamen digitalen Beiratstreffen zusammen.

Einige Forschungsgruppenmitglieder präsentierten erste Zwischenergebnisse, die im Anschluss mit Blick auf gemeinsame Schnittstellen und Forschungsinteressen der Praxispartner*innen diskutiert wurden. Anschließend wurden in zwei Diskussionsrunden aktuelle Themen zur Ausgestaltung des Energiesystems gemeinsam erörtert.

 

Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) stellte in der ersten Diskussionsgruppe in einem Impulsvortrag die Frage: „Energiewende – aber wie kommen wir schnellstmöglich und sicher dahin?“. Um das zu beantworten stellte er Ansätze für ein regionales Energiemarktdesign vor. Daraufhin wurden die damit verbundenen Hürden und die Rolle verschiedener lokaler Akteure in einem solchen dezentralen Energiesystem diskutiert.

 

Im zweiten Slot, zum Thema „Development of Energy Communities in Europe“, ging es um die Entwicklung verschiedener Bottom-Up-Modelle von Energiegemeinschaften, verschiedene regulatorische Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten im europäischen Kontext. Die Teilnehmenden tauschten sich unter anderem über ihre Erfahrungen mit laufenden politischen Prozessen in verschiedenen Ländern und bestehenden Netzwerken in diesem Bereich aus.

 

Das Team der Forschungsgruppe dankt allen Vertreter*innen ganz herzlich für die Teilnahme und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit!

 

Auszeichnung für SteuerBoard-Co-Leiter Dr. Lars Holstenkamp


29. September 2021 | Die Leuphana Universität Lüneburg verlieh am Dies Academicus 2021 den Leuphana Young Researcher Award an Dr. Lars Holstenkamp für seine besonderen wissenschaftlichen Erfolge und die Einwerbung eines beruflich wegweisenden Exzellenzformats.

 

Lars Holstenkamps sozial-ökologisches Forschungsinteresse richtet sich auf die gesellschaftlich wichtigen Fragen der Steuerung der Energiewende, ihrer Finanzierung und Governance. Bei der Verleihung lobte Vizepräsidentin Susanne Leeb Holstenkamps erfolgreiche Arbeiten in nationalen und internationalen Forschungsverbünden. Diese Leistungen seien Grundstein für die Einwerbung der interdisziplinären Nachwuchsgruppe SteuerBoard Energie gewesen, die das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung fördert.

 

Seit 2006 beschäftigt sich Lars Holstenkamp in seiner Forschung mit der Finanzierung und Governance nachhaltiger Entwicklungsprozesse, insbesondere im Energiesektor. Im Rahmen der Nachwuchsgruppe liegt sein Fokus auf dem Zusammenspiel von Energie- und Finanzsystem.

 

Mehr Infos zur Preisverleihung und zu Lars Holstenkamp

 

Zeitschriftenartikel zu gemeinschaftlich genutzten Stromspeichern im Quartier in Transforming Cities erschienen


24. August 2021 | In Städten kann die gemeinschaftliche Speicherung von Strom in sogenannten Quartierspeichern eine wertvolle Ergänzung im Energiesystem der Zukunft sein. Wird der Quartierspeicher allerdings rein zur Erhöhung des Eigenverbrauchs genutzt, lassen sich kaum profitable Geschäftsmodelle abbilden.

 

In dem Beitrag von Nachwuchsgruppen Promovend Jan Knoefel (IÖW) und Co-Author Frieder Schnabel (Fraunhofer IAO) werden potenzielle Netz- und Systemdienstleistungen vorgestellt, die im Rahmen eines Multi-Use durch den Quartierspeicher neben der Eigenverbrauchserhöhung erbracht werden können. Außerdem wird anhand eines Beispielquartiers mit 75 Wohnungen gezeigt, dass durch eine flexible Anpassung der Speicherkapazitäten rund 28 % der Speicherkapazität für andere Dienstleistungen genutzt werden kann. Dies ist sogar bei nur vernachlässigbar geringfügigen Auswirkungen auf die Eigenverbrauchsquote und die Autarkie möglich.

 

Damit die Potenziale eines Multi-Use aber auch in der Praxis gehoben werden können, braucht es entsprechende

gesetzliche Rahmenbedingungen. Diese erschweren derzeit sowohl die gemeinschaftliche Speicherung als auch die Umsetzung von Multi-Use-Konzepten.

 

Zum Download

 

Energiewende beschleunigen: Forschungsgruppe entwickelt smarte Steuerung des dezentralen Systems


29. April 2021 | Das deutsche Energiesystem verändert sich fundamental: Es wird dezentraler und selbstorganisiert, viele Erneuerbare-Energien-Anlagen treten an die Stelle weniger Großkraftwerke – viel mehr Akteure, die technisch und organisatorisch in ein nachhaltiges Energiesystem eingebunden werden müssen. Wie kann das funktionieren? Die Nachwuchsforschungsgruppe SteuerBoard Energie von Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecolog-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung untersucht mit Förderung des Bundesforschungsministeriums, wie das erneuerbare dezentrale Energiesystem auf verschiedenen Ebenen gesteuert werden kann.

 

...weiterlesen